Apothekensterben gestoppt?

Seit dem Jahr 2000, als der Höchststand mit 21.592 Apothekenstandorte in Deutschland erreicht war, sinkt die Zahl bis auf zuletzt 20.249 in 2015. Das ist eine Gesamtabnahme von 6,2% verteilt über 15 Jahren. In 2012 erfolgte die größte Standortbereinigung als 501 Apotheken geschlossen wurden. Demgegenüber standen 181 Neueröffnungen, was einem Nettosterben von 1,5% entspricht. In 2015 waren es nur noch 346 Schließungen gegenüber 154 Neueröffnungen. Die Anzahl  der Standorte sinkt also kontinuierlich, aber mit abnehmender Tendenz.

Kennziffern für den Versorgungsgrad der Apotheken gegenüber der Bevölkerung sind u.a. die Apothekendichte (Anzahl der Standorte pro 100.000 Einwohner, BRD = 25, EU = 31), die Erreichbarkeit (Mittlere Entfernung der Bevölkerung zu den nächsten drei Apotheken), die Öffnungszeiten und die Servicequote (Beschäftigtenzahl pro Standort).

Wird i.d.R. nur die Kennzahl der Apothekendichte als international vergleichende Maßzahl herangezogen, zeigt sich bei den anderen Versorgungsparametern ein differenziertes Bild, welches wiederkehrend von infas 360 untersucht wird. Dazu werden alle verfügbaren Daten der aktuellen Apothekenstandorte adressgenau lokalisiert und mit den sozio-demographischen Daten der jeweils lokalen Einzugsergebnisse verknüpft. Dieser Versorgungsgrad pro Apotheke, in den auch die mittlere Entfernung zu Ärzten und Krankenhäusern mit einbezogen werden kann, wird „bottom-up“ hochgerechnet und kommt dann verständlicherweise zu anderen Ergebnissen.

Denn die größte Schwäche, wenn man lediglich die Apothekendichte im Vergleich betrachtet, liegt im fehlenden Bezug zur Fläche bzw. dem zu versorgenden Gebiet. Beispiel: Ein großes Gebiet mit 100.000 Einwohner und 25 Apotheken (z.B. auf dem Land) wird einem kleinen Gebiet mit ebenfalls 100.000 Einwohnern und 25 Apotheken (z.B. Stadtviertel) statistisch gleichgesetzt.

Kontakt: Consulting@infas360.de

Quellen:
Pressemitteilung ADBA Apothekenzahl 2015 weiter gesunken
Mitteilung ADBA Entwicklung der Apothekenzahl