Neu auf der Corona Datenplattform: Regionale Trends und Entwicklungen der Inzidenzen

von Christoph Höser, Institut für Hygiene und Public Health des Universitätsklinikums Bonn und Bea Nolte, infas 360 GmbH

Zur Bewertung von Inzidenzen benötigt man zusätzlich die Richtung der Entwicklung. Trends ermöglichen eine differenzierte Betrachtung der Inzidenzen.

Die Corona-Datenplattform integriert seit Kurzem die Visualisierung regionaler Trends, ein Projekt des Konsortiumsmitglied IHPH des Universitätsklinikums Bonn. Mit dem neuen Datenupdate Juni 2021 liegen diese Informationen nun auch für alle Anwender als downloadbarer Datensatz zur Verfügung.

Das Trend-Dashboard

Die Nutzung des Dashboards auf der Corona-Datenplattform kann wie folgt beschrieben werden:

Reporting Areas sind als Kreise im zentralen Diagramm dargestellt: der Durchmesser entspricht der Bevölkerung, die Farbe den Bundesländern. In der interaktiven Version können Bundesländer selektiert werden, deren Kreise sichtbar sein sollen. Der zentrale Scatterplot zeigt die Verhältnisse von letztem Trend + aktuelle Situation für einen bestimmten Stichtag. Im interaktiven Plot kann dies tagesscharf gewählt werden.

Über die reine Situationsbewertung hinaus, wie sie z.B. durch die vergleichbaren 7-Tage-Inzuidenzen möglich ist, können nun 7-Tage-Inzidenzen differenziert betrachtet werden: 7-Tage-Inzidenzen verschiedener Kreise mit identischem Wert können sehr wohl weit auseinander liegen, wenn der letzte Trend zur Interpretation mit herangezogen wird. In der Abbildung zum 3. April zeigt sich beispielsweise, dass die Kreise die Klasse mit der 7-Tage-Inzidenz „120 bis 140“ am stärksten belegen. Innerhalb dieser Klasse zeichnet sich jedoch eine Dichotomisierung ab, nämlich Kreise mit stark fallendem und Kreise mit zuletzt stark steigendem Trend. Daher ist es nicht hilfreich, die 7-Tage-Inzidenz allein zu betrachten, wenn man die Situation bewerten möchte.
Damit die Differenzierung einfach möglich und trotzdem vollständig bleibt, wurden die Extremwerte der Inzidenzen am rechten Rand gesammelt dargestellt.

Die randlichen Balkengraphiken geben eine Zusammenfassung des Scatterplots nach Zeilen und Spalten in jeweils zwei Versionen. Hier wird einerseits die Anzahl der Kreise verwendet, andererseits nach Anzahl der Einwohner gewichtet. Am Beispiel 3. April sind beide Varianten nahezu identisch für die 7-Tage-Inzidenzen und nur leicht abweichend bei den Trends. Das stellt sich zu anderem Datum anders dar, wen urbane Gebiete bspw. besonders intensives Infektionsgeschehen verzeichnen.

Beispielinterpretation

Der große orangene Kreis am unteren Rand repräsentiert Berlin. Die 7-Tage-Inzidenz lag am 3. April bei 133,7 mit zuletzt sehr stark fallendem Trend.

Bei 97,2 lag die 7-Tage-Inzidenz des SK München (hellblauer Kreis) am gleichen Tag, mit leicht fallendem Trend. Damit sind Trend und 7-Tage-Inzidenz für beide Großstädte verschieden. In der Zusammenschau zeigt sich, dass die komplexe Situation aus jeweiliger 7-Tage-Inzidenz in Kombination mit dem Trend jedoch keine sehr unterschiedliche Prognose wahrscheinlich erscheinen lässt.

Viele Kreise, mit möglicherweise einer weiten Spanne an 7-Tage-Inzidenzen incl. hoher Werte,  können sich am unteren Rand des Scatterplots sammeln. Dies würde bedeuten: Die Situation ist schlecht, aber der Trend ist positiv, wir sind – trotz hier Inzidenzwerte – auf dem richtigen Weg (interaktive Version am 3.Mai 2021)

Das Gegenteil zeigt die Graphik am 12. März 2021: viele Kreise mit einer 7-Tage-Inzidenz < 80, aber sehr viele mit extrem steigendem Trend.

Sie haben Fragen zu den Visualisierungsmöglichkeiten? Dann kontaktieren Sie unser Corona-Datenteam unter corona@infas360.de 

Einbruchsradar Bonn: Godesberger leben wieder sicherer

Im Juli veröffentlichte infas 360 das Einbruchsradar von Bonn als interaktive Karte. Darin enthalten war die Einbruchsstatistik seit April 2016 bis Ende Juni. Damals lagen Tannenbusch und Alt-Godesberg mit 5 Einbrüchen an der Spitze. Bei den Einbruchsversuchen war es ebenfalls Tannenbusch vor Duisdorf.

Nun wurden zusätzlich die aktuellen Zahlen des Bonner Polizeipräsidiums bis Ende 19. September integriert – mit dem Ergebnis, dass zwar weiterhin Tannenbusch von Einbrüchen und Einbruchsversuchen am stärksten betroffen ist, im Bonner Ranking aber nun auch Zentrum, Castell und Kessenich aufgeschlossen haben. In Godesberg und gerade in Alt-Godesberg ist es kaum noch zu (gemeldeten) Delikten gekommen (siehe interaktive Karte).

einruchsradar-bonn-sep2016

infas 360 hat sich u.a. auf die prognostische Statistik spezialisiert. Die Anwendung moderner Small Area Methoden (auch Small Area Statistics der Small Area Estimation genannt) in Verbindung mit der adressgenauen CASA-Datenbank mit über 300 Gebäude-, Haushalts- und Firmenmerkmalen ermöglicht eine bestmögliche Vorhersage von auftretenden Fällen. In der Kriminalstatistik wird dies auch „Predicitve Policing“ genannt.