CORA: Bundesweite Datenbank zur Corona-Risikoabschätzung

Sofort wissen, wo das Gefährdungspotenzial am größten ist: Die bundesweite Datenbank CORA zeigt die Risikogruppe ab 65J. für alle Seniorenheime und privaten Wohngebäude mit vielen nützlichen Zusatzinformationen.

Der RKI-Lagebericht zur Corona-Krise vom 12.4.2020 meldete bundesweit über 120.000 Infizierte bei 2.673 Todesfällen, was zu diesem Zeitpunkt einer Letalitätsrate von 2,2% entspricht. Obwohl nur 17% aller Infizierten über 70 Jahre alt sind, stellt diese Altersgruppe 87% aller Todesfälle dar. Des Weiteren häufen sich Todesfälle in Alters- und Seniorenheimen.

Laut Destatis leben in Deutschland schätzungsweise 16,5 Mio. Personen im Alter von 65+ in rund 12 Mio. Haushalten. Das ist fast ein Drittel aller Haushalte. Davon leben knapp 5 Mio. in Single-Haushalten (u.a. auch betreutes Wohnen) und etwa 900.000 in Alten- und Seniorenheimen. Diese Gruppen sind bei einer Corona-Infektion besonders gefährdet – vor allem die Senioren-Haushalte in Gebäuden mit mehreren bzw. vielen Wohngemeinschaften. Um nun bei einer gemeldeten Neuinfektion das Risiko schneller und besser abschätzen zu können, hat infas 360 die Datenbank CORA (Corona-Risikoabschätzung) entwickelt. Sie lokalisiert mikrogeographisch die Altersgruppe ab 65 Jahren, denn grundsätzlich gilt: Je näher ein Infektionsherd, desto wahrscheinlicher eine Ansteckung.

CORA beinhaltet u.a.:

  • Alle ca. 20 Mio. amtlichen Wohngebäude mit postalischer Adresse und Lage (x-/y-Koordinate)
  • Anzahl Einwohner und Haushalte je Adresse
  • Anteil der Altersgruppe ab 65 Jahren
  • Gebäudetypen nach Altenheim, Ein-/Zweifamilienhaus, Mehrparteienhaus klein, mittel und groß (weitere Differenzierung möglich)
  • Gebäudealter
  • Einwohner- und Bebauungsdichte im Wohnblock
  • Altersstruktur und Haushaltstypen (Single, Paare, Familien) im Wohnblock
  • Weitere Alten- und Seniorenheime im Wohnumfeld
  • Schulen und Schüler/Innen im Wohnumfeld
  • Infektionsrate der Stadt/Landkreis
  • Vorerkrankungen je Stadt/Landkreis

CORA basiert vorwiegend auf amtlichen Daten und dient dazu, das Gefährdungspotenzial sofort und besser abzuschätzen, falls eine Neuinfektion in einem Gebäude auftreten sollte. Da CORA mit Koordinaten ausgestattet ist, kann CORA auch bei der Nachverfolgung von Infektionsketten (Smartphone-GPS und sog. Reverse-Geocoding) unterstützen. Deshalb ist CORA auch um beliebige Daten erweiterbar, z.B. um KITAS und Kinderspielplätze oder Firmenstandorte mit Mitarbeiterzahlen.

Dominierende Altersklasse pro Gebäude ab 65J.
Das Merkmal Altersstruktur gibt die dominierende Altersklasse pro Adresse an. Beispiel hier: Grün ab 60J.

In Kürze wird CORA auch als Webdienst verfügbar sein. Sollten Sie weitere Fragen zu CORA haben, kontaktieren Sie einfach unser Consulting-Team unter Consulting@infas360.de

Informationen zum Datenschutz: Alle mikrogeographischen Daten von infas 360 stammen aus der Datenbank CASA und beinhalten keine personenbezogenen Daten. Hier geht es zu den entsprechenden Datenschutzrechtlichen Hinweisen.

Was ist Mikrogeographie? Definition, Begrifflichkeiten und Vorteile für das CRM

In der Literatur findet man sehr wenig über die Mikrogeographie. Und das, was man darüber lesen kann, ist nicht unbedingt einheitlich. Eine Definition z.B. in Wikipedia fehlt gänzlich. Dabei kommt in Zeiten von Big Data und dem damit verbundenen Wunsch nach verschärfenden Datenschutzbedingungen bzw. (noch) sensibleren Umgang mit personenbezogenen Daten der Mikrogeographie eine ganz besondere Rolle zu, über die sich die meisten CRM- und Datenexperten gar nicht so richtig bewusst sind. Aus diesem Grund widmet sich dieser Blogbeitrag dem Thema und fasst einige wichtige Grundlagen der Mikrogeographie zusammen.

Definition der Mikrogeographie

Die Mikrogeographie unterteilt den zu betrachtenden (analysierenden) Raum in möglichst feine Teilsegmente. Die räumliche Größe (Ausdehnung) der Teilsegmente hängt dabei direkt von der des gesamten Betrachtungsraums ab.

Für eine international ausgelegte Unternehmensstrategie können so z.B. die 5-stelligen Postleitzahlen als feinste Teilsegmente vollkommen ausreichend sein.

Im Marketing übernehmen die Teilsegmente die Funktion einer räumlichen Marktsegmentierung, die flächendeckend und bzw. 100% marktabdeckend ist. Damit beschreibt die Mikrogeographie sowohl den regionalisierten Bestandskundenmarkt als auch seine Marktpotenziale.

Für das CRM gilt, dass das feinste überhaupt verfügbare Teilsegment des jeweiligen Landes als mikrogeographische Ebene eingesetzt wird. Die Verbindung ins CRM erfolgt über die Adresse (Adress- bzw. Geocodierung) und/oder über den jeweiligen Gebietsschlüssel des Teilsegments (5-stellige Postleitzahl oder Gemeindeschlüssel).

Die feinste mikrogeographische Ebene ist immer die Ebene, auf die es der nationale Datenschutz erlaubt Daten an Dritte zu übermitteln (dazu mehr unter Datenschutz) und wird i.d.R. Mikrozelle genannt.

Die Mikrozelle im CRM

Die Mikrozelle ist länderspezifisch und variiert von der Adresse bis hin zu dem räumlich-inhaltlichen Aggregatslevel, der datenschutzbedingt die Anonymisierung personenbezogener Daten garantiert.

Die Mikrozellen im Überblick:

  • Adressebene: für firmeneigene CRM-Daten sowie Gebäudedaten von Drittanbietern
  • Haushaltszelle: Aggregat einer Mindestanzahl von Haushalten
  • Straßenabschnittsebene: Aggregat mehrerer Häuser auf einem Straßensegment
  • 100m x 100m Raster: Feinräumiges Gitter passend in 200×200, 250×250, 500×500
  • Wohn- bzw. Siedlungsblock: Mehrere Häuser in einem kleinen Block umgeben von wenigen Straßenzügen
  • Wohnquartier/Statistisches Quartier: Mehrere Wohnblocks in einem Quartier

Die 4 Mega-Vorteile für Strategie und CRM

Lesen Sie dazu die nachfolgende Präsentation. PRAXISBEISPIEL-MIKROGEOGRAPHIE-ALLGEMEIN