Praktischer Leitfaden zur DSGVO, ePrivacy und Geodaten

infas 360 und Rechtsanwalt Björn Schmidt gestalten seit Jahren die Anwendung des Datenschutzes in der Wirtschaft aktiv mit. Ob in Vorträgen oder auf Workshops für Kunden in der Energiebranche, Automotiv, Telekommunikation oder Immobilienwirtschaft: Wenn es um die DSGVO in der Praxis geht stößt man auf offene Augen und Ohren.

Nun hat Rechtsanwalt Schmidt im Auftrag der infas 360 einen 20-seitigen Leitfaden branchenübergreifend für Unternehmen erstellt, der bei infas 360 kostenlos angefordert werden kann. Hier das Inhaltsverzeichnis

  1. Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)
  2. Anwendungsbereich BDSG-neu
  3. Auslegung des Merkmals des Personenbezugs
  4. Exkurs: Cookies
  5. Sind Geodaten personenbezogene Daten oder Sachdaten?
  6. Die ePrivacy-Verordnung – Sachstand und Ausblick
  7. Anhang: Nutzung von Kundenadressen u.a. zu Marktforschungszwecken, hier Kundenzufriedenheit, mit Bezug zu DSGVO und UWG

An dieser Stelle soll dem Blog-Leser ein exklusiver Einblick in einen der zentralen Abschnitte zum Thema „Geodaten“ gewährleistet werden. Der Leitfaden sagt u.a. zu Geodaten:

Entscheidend für die Einordnung als personenbezogenes Datum ist seit dem 25.05.2018 dessen Qualifikation als „Information“ i.S.v. Art. 4 Nr. 1 DSGVO. 

Reine Sachdaten sind als solche keine „Information“ im Sinne der DSGVO. Sie werden erst dann zu solchen Informationen, wenn sie konkret einen personenbezogenen Verarbeitungszusammenhang haben oder sie einer Person – identifizierbar oder nicht – zugeordnet werden bzw. mit bereits vorhandenen technisch-organisatorisch nicht hinreichend separierten Zusatzinformationen zugeordnet werden könnten, sowie wenn sie (auch zusammengefasst) von der verantwortlichen Stelle dazu bestimmt sind, einer Person zugeordnet zu werden.

Die bloße Möglichkeit, zwischen bestimmten Sachdaten und einer identifizierbaren Person einen nicht weiter qualifizierten Bezug herzustellen, ist nur Ausdruck einer mehr oder weniger zufälligen Aktualisierung der unendlich vielen Beziehungsmöglichkeiten im sozialen Raum-Zeit-Gefüge, wo nahezu alles mit jedem in irgendeine Verbindung treten kann. Eine solche beliebige Beziehung macht die Sachdaten jedoch nicht zu einer Beschreibung der Verhältnisse einer Person. Daraus folgt, dass Daten, die eine Sache bestimmen und beschreiben, Angaben über diese Sache sind, jedoch keine Angaben über natürliche Personen darstellen, die zu der Sache zwar objektiv eine Beziehung haben, zu deren Existenz und Natur die Verarbeitung der Sachdaten selbst aber keinerlei Kontext herstellt.

Sie möchten den 20-Seitigen Leitfaden kostenlos beziehen, dann kontaktieren Sie unser Consulting-Team unter Consulting@infas360.de

 

Googles 3D-Kartendienst verbessert sich fortlaufend und führt alte Datenschutzdebatte um Google Street View ad absurdum

In der Rheinallee in Bonn sind viele Häuser aufgrund damaliger Beschwerden von Hausbesitzern und Mietern in Google Street View (2010/11) verpixelt worden. Dabei hätte es Google gar nicht machen müssen. Die Politik fühlte sich angeblich auf Druck der breiten Öffentlichkeit hin verpflichtet, Google eine bis dato nicht vorhandene Opt-Out-Regelung für Kartendienste einführen zu lassen. Jemand, dem die rechtlich einwandfreien Aufnahmen aus dem öffentlichen Raum zu dem Gebäude nicht gefielen, konnte Einspruch erheben und „sein“ Haus (auch wenn es nicht seins war) verpixeln lassen. Die bundesweite Debatte ging mehrere Jahre durch die Presse. Am Ende fuhr Google Street View die Häuser von etwa 10% der Bevölkerung ab, wovon wiederum etwa 2% widersprach. Eine absolute Minderheit also bezogen auf die Gesamtbevölkerung. Und das Ausland konnte die „German Angst“ einmal mehr nicht verstehen.

Googles Street View ging 2010 online, ist aber datentechnisch auf dem Stand von 2008 stehengeblieben und veraltet fortlaufend. Die wenigen Straßenansichten stellen je nach Verbreitung der „German Angst“ (oder Wert der Immobilie) einen Fleckenteppich an Gebäudebildern dar. Google wäre aber nicht Google, wenn sie diese mangelnde Datengrundlage nicht ausmerzen würden. Und das übernimmt die immer besser werdende 3D-Anwendung direkt in Google Maps.

Einfach dazu mal die Rheinallee 35 in Bonn eingeben. Dann auf das kleine „Satellit-Bild“ in der linken unteren Ecke und anschließend auf den „3D-Knopf“ in der rechten unteren Ecke klicken. Die Steuerung erfolgt über „Strg-ziehen“. Das, was man im Ergebnis an Informationstiefe zu Gebäuden und Grundstücken zu sehen bekommt, stellt Google Street View von vor 10 Jahren weit in den Schatten. Und führt die damalige Diskussion ad absurdum.

Aber nicht alles wird besser: Die Anschrift „Rheinallee 35“ befindet sich zwei Häuser weiter straßenaufwärts und wird damit rund 50 Meter falsch geocodiert (lokalisiert). Das stimmte früher.

Haben Sie Fragen zu Gebäudedaten und Hauskoordinaten? Dann kontaktieren Sie unser Consulting-Team unter Consulting@infas360.de Die infas 360 GmbH sind Spezialisten in der bundesweiten Gebäudebewertung und Gebäudeinterpretation auf Basis amtlicher 3D-Geodaten für Analysen, Planung und Geomarketing.