Nutzung innerstädtischer Covid19-Zonen für eine nachhaltige Niedriginzidenz

Durch räumliche Lokalisierung vorhandener Falldaten können innerstädtische Zonen nach Inzidenz und Risikofaktoren bewertet und klassifiziert werden. Als sogenannte Ampelkarten (rote, gelbe und grüne Zonen) in Dashboards bringen sie für Amt und Bürger die notwendige Transparenz ins Infektionsgeschehen, um unmittelbar und maßgeblich handeln zu können.

  1. Die Basis: Intrakommunale Zonen und deren Inzidenzbewertung

Im höchsten Maße zweckdienlich bei der räumlichen Unterteilung der Gemeinde in geographische Zonen ist die Nutzung der vorhandenen, intrakommunalen Gliederung auf Basis der flächendeckenden, amtlichen Siedlungsblöcke und Stadtviertel bzw. Ortsteile.

Auf dieser Basis kann jede Wohnadresse eindeutig einem amtlichen Siedlungsblock und damit einer Zone zugeordnet werden. Dieses bundesweit vorhandene Adressregister nach intrakommunalen Strukturen nennt sich auch postalisch-amtliches Gliederungssystem, kurz PAGS, wozu auch die notwendigen aktuellen Einwohnerzahlen sowie zahlreiche Strukturdaten vorliegen.

Durch eine DSGVO-konforme Verknüpfung, der sog. Geocodierung der Falldaten über die Adressen, können die Infektionsdaten sofort den entsprechenden Zonen zugeordnet werden. Im Ergebnis liegen so unmittelbar feinräumige, deutlich genauere Inzidenzwerte vor, nach denen die Zonen bewertet und klassifiziert werden können. Infektionscluster werden so sofort sichtbar.

Neben tagesaktueller und wöchentlicher Zonen-Inzidenzen können durch Nutzung weiterer mikrogeographischer Daten wie Gebäudetyp, -nutzung, Haushaltsgrößen, Migrationsanteile usw. geostatistisch Prognosewerte (Predicitve Risk Analytics) ermittelt werden. Diese dienen der zukünftigen Risikoeinschätzung und können auch außerhalb des Krisenstabs kommuniziert werden.

Im Ergebnis entsteht eine neuartige, intrakommunale Transparenz des aktuellen sowie zukünftigen Infektionsgeschehens auch für den Bürger, was die Chance zum antizipativen Verhalten und persönlichen Change- und Motivationsmanagement bietet.

2. Die Umsetzung: In wenigen Stunden zur Ampelkarte

Mit entsprechender Unterstützung der IT-Administration des Amts wird der für die Pandemiebekämpfung kostenlose PAGS-Coder installiert. Dieser ordnet in wenigen Minuten mehrere Tausend Fallzahlen den entsprechenden Zonen mittels Zuspielung aller vorhandenen Zonenschlüssel (Geoschlüssel) zu. Der kostenlose PAGS-Coder ist eine Servertechnologie, die lokal installiert wird und verfügt über zahlreiche, offene Schnittstellen, siehe auch http://89.31.1.14/PAGSCoder2020/ So wird u.a. gewährleistet, dass die Adressen innerhalb der Gemeinde verbleiben. Die Daten können danach sofort ausgewertet, klassifiziert und via Web dargestellt werden (Ampelkarte).

3. Ad-Hoc: Risikobewertung für eine nachhaltige Niedriginzidenzstrategie

Durch die offenen Schnittstellen des PAGS-Systems können neue Adressen dynamisch bzw. vollautomatisiert mit der jeweils aktuellen Zonen-Inzidenz angereichert werden. So kann beispielsweise eine Adress-Registrierung durch einen Besucher in einem Einkaufs-Shop sofort mit der zugehörigen Zonen-Inzidenz abgeglichen werden und folgernd ein unterschiedliches Einlassverfahren angewendet werden z.B. grün = Wochentest, rot = Tagestestung).

4. Fallbeispiel Köln

Auf der Webseite Corona-Virus in Köln – Entwicklung der Fallzahlen – Stadt Köln (stadt-koeln.de) findet man eine erste Umsetzung der Stadt Köln mit den Fallzahlen und aktiven Fällen zum Stichtag 16.3.2021 pro Stadtteil (86). Die unterschiedliche Verteilung auftretender Fälle (hier pro 100.000 Einwohner, Quelle infas 360) je Stadtteil (blaue Punkte) wird offensichtlich.

Hier die tabellarischen Daten dargestellt als Ampelkarte am Beispiel der aktiven Fälle pro 100.000 Einwohner je Stadtteil zum 16. März 2021.

Die Daten der Stadtteile können nun nach beliebigen Strukturmerkmalen wie z.B. Bebauung, Kaufkraft, Arbeitslosenrate, Fußgängerfrequenzen, Shopdichte, ÖPNV usw. ausgewertet werden. Auch eine feinräumigere Auswertung pro Siedlungsblock je Stadtteil wäre möglich.

 

Evidenzbasiertes Handeln durch Data Science – infas 360 auf der DAIS 2021

Am 24. und 25. März findet der Data Analytics & Insights Salon (DAIS) als internationales, virtuelles Event statt. Neben spannenden Vorträgen auf dem Kongress gibt es auch eine Lounge, in der sich Besucher die Angebote der Aussteller anschauen und mit ihnen interagieren können. In einem dritten Bereich wird es Möglichkeiten zum digitalen Networking geben.

Infas 360 ist sowohl mit einem virtuellen Messestand als auch mit einem Vortrag vertreten. Frau Dr. Barbara Wawrzyniak, Leiterin Daten und Analysen, wird am 25.03. um 13:20 Uhr am Beispiel der Corona-Datenplattform erläutern, warum eine solide Datenbasis sowie fachkompetente Analysen wichtig für die Bekämpfung der Pandemie sind. In der Lounge finden Besucher dann noch weitere Anwendungsbeispiele, welche die Bedeutung von Data Science für evidenzbasiertes Handeln verdeutlichen. So können sich Besucher unterschiedlichster Branchen beispielsweise über die Gebäude-Sanierungsquote oder die Nachhaltigkeitstypen informieren.

Nähere Informationen finden Sie hier.

Eine kostenlose Anmeldung zum Event ist bis zum 22.03. möglich.

Sollten Sie weiterführende Fragen haben, können Sie jederzeit unser Consulting-Team unter consulting@infas360.de kontaktieren.

Die Coronakrise ist eine Datenkrise – Vortrag auf dem 9. Bonner GeoDialog

Unser Talk-Tipp im Rahmen des  9. GeoDIALOG als virtuelle Netzwerkveranstaltung der geobusiness region bonn:

„Die Coronakrise ist eine Datenkrise“

Der Vortrag von Michael Herter, Geschäftsführer von infas 360, beschäftigt sich mit den verfügbaren aber auch fehlenden Daten, um die Pandemie überhaupt zu verstehen und somit (auch) erfolgreich bekämpfen zu können.

Hören Sie einem spannenden Thema zu und talken Sie mit, am 11.3. von 16-18h. Der GeoDialog steht dabei unter dem Motto „Geoinformationen in Pandemien“. 

Weitere Vorträge von Friedrich Fuß, Chief Digital Officer der Stadt Bonn zu Smart City und Christoph Höser vom Institut für Hygiene & Public Health am UKB über Karten in der Risikokommunikation. Weitere Infos finden Sie hier.

Sollten Sie weiterführende Fragen haben, können Sie jederzeit unser Consulting-Team unter consulting@infas360.de kontaktieren.

Die Corona-Datenplattform stellt fortlaufend neue Daten im Kampf gegen die Krise bereit

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie beauftragte im September 2020 das interdisziplinäre Konsortium, bestehend aus dem infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft, der infas 360 GmbH und dem IHPH – Institut für Hygiene und Public Health des Universitätsklinikums Bonn, erstmals alle regionalen Covid-19 Maßnahmen fortlaufend seit dem 01. März 2020 in Kombination mit epidemiologischen und sozio-ökonomischen Variablen zusammenzustellen.

Am 16.12.20 ging die Plattform unter der Webseite www.corona-datenplattform online. Seit dem nutzen rund 200 registrierte Nutzer aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Institutionen das Angebot.

Mit dem nächsten Daten-Update zum 01. März 2021 werden folgende neuen bzw. aktualisierten Daten auf der Plattform zur Verfügung stehen:

Neue Daten:

  • Die ab Beginn der Pandemie recherchierten Landes- und Kreisverordnungen sowie Allgemeinverfügungen, welche die Datengrundlage für die codierten Maßnahmen bilden, stehen zum Download auf der Webseite www.corona-datenplattform zur Verfügung.
  • Die Impfdaten auf Bundeslandebene umfassen neben den Erstimpfungen nun auch die Zweitimpfungen und wurden um Angaben zu verabreichten Impfdosen nach Herstellern und Impfquoten ergänzt (bis 28.02.2021)
  • Bestehende regionale Arbeitsmarktdaten zu Kurzarbeit und Arbeitslosen wurden aktualisiert (i.d.R. Januar 2021). Zudem liegen mit der Unterbeschäftigung, den gemeldeten Arbeitsstellen, den Regelleistungsbeziehern sowie den Empfängern von Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit weitere Kennzahlen zur aktuellen Arbeitsmarktentwicklung als Zeitreihe vor

Aktualisierte Daten:

  • Erfasste Corona-Maßnahmen je Kreis und Bundesland (tageweise bis zum 15.02.2021)
  • Regionale Infektionszahlen (tagesaktuell)
  • Monatliche Wetterdaten auf Kreisebene (Januar 2021)
  • Todesfälle und Übersterblichkeit je Bundesland (Januar 2021)

Sollten Sie Vorschläge oder Fragen haben, dann nutzen Sie dafür gerne den Kontakt unter corona@infas360.de und schreiben Sie uns.

Einladung zum digitalen Talk: Nutzen von Geoinformationen in der Pandemie

Der 2. GeoIN-Talk als neues, digitales Austausch- und Informationsangebot des Deutschen Dachverbands für Geoinformation, kurz  DDGI, präsentiert dieses Mal ein brandaktuelles Thema:

„Geoinformation und Geo-Intelligence in der Pandemie“

Schwerpunkte bilden aktuelle Anwendungen sowie potenzieller Nutzen raumbezogener Daten im Kampf gegen den Coronavirus, um evidenzbasierte Entscheidungen, z.B. gezielteres Handeln durch schnellere und zuverlässigere Ermittlung und Verfolgung von Infektionsketten an Orten. Die Stimmen, die einen deutlich breiteren Einsatz von Geoinformationen und Location Intelligence fordern, werden immer lauter.

Talken Sie kostenlos mit, am 24.2. von 10-12h auf der Digitalen Plattform des DDGI

Als Impuls dienen derzeit folgende drei Kurzbeiträge:

Dashboards, Plattformen und Dateninfrastrukturen –
Selbstzweck oder gesellschaftlicher Nutzen?
Gerd Buziek, Business Relations Executive, Esri Deutschland GmbH

Die neue Corona-Datenplattform im Auftrag des
BMWI – Basis für effiziente Wissensgenerierung zur
Pandemie in Deutschland – Datenanalysen und DataScience
Michael Herter, Geschäftsführer infas 360 GmbH

Überblick zu Mobilitätsanalysen auf Basis von Mobilfunkdaten
Dr. Vorgrimler und Younes Saidani, Destatis – Statistisches Bundesamt

Sollten Sie weiterführende Fragen haben, können Sie jederzeit unser Consulting-Team unter consulting@infas360.de kontaktieren.

 

Neue Kombinationsmöglichkeiten mit Facebook-Daten aus dem COVID-19 World Symptoms Survey

Der COVID-19 World Symptoms Survey ist ein Partnerschaftsprojekt zwischen Facebook und akademischen Institutionen. Die Umfrageergebnisse sind in 56 Sprachen erhältlich. Ein repräsentatives Sample von Facebook-Nutzern wird täglich eingeladen, über COVID19- Symptome, Soziale Distanz, Psychische Verfassung und finanzielle Nöte zu berichten. Die Daten werden pro Staat auch regional ausgewiesen. In Deutschland auf Ebene der Bundesländer. Weltweit werden so über eine halbe Million Antworten jeden Tag generiert. Die zentrale Plattform dafür ist COVID Map der University of Maryland unter der Leitung von Prof. Frauke Kreuter.

Gemeinsam wurde nun ein Projekt initiiert, dass die Facebook-Befragungsdaten mit den Daten des CASA Monitors Health von infas 360 so kombiniert, dass feinräumigere Schätzungen z.B. auf Ebene der Kreise ermöglicht werden. Dies wird nun vor allem für die regionalisierte Impfbereitschaft genutzt, die in Deutschland von Nord nach Süd und West nach Ost differiert. Die gemeinsame Befragung dazu startet Mitte Februar. Erste Ergebnisse sollten bereits Ende desselben Monats zur Verfügung stehen.

Haben Sie Fragen zum COVID-19 World Symptoms Survey oder zum CASA Monitor Health, dann kontaktieren Sie uns unter consulting@infas360.de

 

Impfbereitschaft regional: Neues Befragungsverfahren liefert Basisdaten im Kampf gegen Corona

Eine neuartige Kombination zweier Befragungsmethoden ermittelt die Impfbereitschaft in Deutschland zuverlässig und regionalisiert. Die Daten sind elementar für die Strategie und Planung im Kampf gegen Corona.

Der CASA Monitor ist eine quartalsweise Befragung von jeweils 10.000 Personen zu Konsumverhalten und Einstellungen. Das Online-Access-Panel ist als Multi-Client-Studie ausgelegt und liefert kundenspezifische, absatzrelevante Informationen über Märkte (u. a. Wettbewerber) und Produkte (Bekanntheit, Kaufinteresse, Preisbereitschaft etc.).

Durch die einmalige Verknüpfung mit der mikrogeographischen CASA-Datenbank können die Befragungsergebnisse im Smart-Research-Verfahren feinräumig lokalisiert werden. So kann z. B. das Kaufinteresse in den jeweiligen Stadtgebieten, Gemeinden oder PLZ5-Gebieten unterschiedlich ausgeprägt sein und dargestellt werden.

In der letzten Befragungswelle, die im August und September 2020 erfolgte, wurde als Vorstudie erstmals auch nach der Impfbereitschaft gefragt: „Würden Sie sich impfen lassen, wenn es einen Impfstopf gegen Corona gäbe“, die damals 22% verneinten. Die 10.550 Reagierer zeigten dabei deutliche regionale Schwerpunkte (siehe vorläufige Karte zur Impfbereitschaft).

Herausforderung

Bei der bisher durchgeführten Befragung handelt es sich als Online-Access-Panel um ein Non-Probability-Sample. Über die Verknüpfung zur adressgenauen CASA-Datenbank sind die Verzerrungen zwar bekannt, wurden aber bisher aus Zeit-Kostengründen nicht entsprechend rechnerisch behandelt. Die eigentliche und erstmalige Herausforderung besteht aber bei wissenschaftlichem Anspruch (und damit Belastbarkeit der Ergebnisse) darin, die bisherige Befragungsmethode mit einem Probability-Sample zu kombinieren (siehe dazu auch Integrating Probability and Nonprobability Samples for Survey Inference  https://academic.oup.com/jssam/article/8/1/120/5716393.

Weitere veränderte Rahmenbedingungen zur Ersterhebung sind

  • ein Impfstoff steht im Gegensatz zu August/September zur Verfügung
  • es wurde bereits in Teilen geimpft
  • die Impfbereitschaft muss in veränderter Form abgefragt werden

Der nächste CASA Monitor „Health“  

Der wiederkehrende CASA Monitor ist eine knapp 20-minütige Multi-Client-Studie, die konsumrelevante Fragstellungen zu Zielgruppen beantwortet. Der nächste CASA-Monitor soll im Februar starten, so dass die Ergebnisse im März vorliegen können. Ein festverankerter Themenblock ist dieses Mal die Impfbereitschaft, um diese regionalisiert und verlässlich berechnen zu können. Ebenfalls werden Fragen zur Corona-App und zum Mobilfunkanbieter zur Berechnung der regionalen App- und Mobilfunkmarktanteile einfließen.

Alle weiteren Befragungsthemen sind noch offen und können durch eine Befragungsbeteiligung in Absprache mit bestimmt werden.  Kontakt dazu unter consulting@infas360.de