Women in Data Science: Top-Vorträge zur digitalen Zukunft auf der ersten WiDS-Konferenz in Bonn und Düsseldorf.

Die weltbekannte Stanford University veranstaltet seit 2015 jährlich wiederkehrend die WiDS-Conference www.widsconference.org mit dem Ziel, Data Scientists jeden Geschlechts weltweit zu inspirieren und auszubilden, und dabei gleichzeitig Frauen in diesem Feld besonders zu unterstützen.

Aufgrund der international enorm wachsenden Nachfrage findet die Konferenz seit 2019 auch in Deutschland statt und ist 2020 erstmals in Bonn und Düsseldorf zu Gast.

Dr. Barbara Wawrzyinak, Leiterin für Daten und Analysen bei der infas 360 GmbH (s. Bild), ist einer der Top-Referentinnen und wird über die Chancen von ‚Small Area Methoden‘ in der Marktforschung und Statistik vortragen.

Weitere zukunftsweisende Vorträge (vorläufig) sind jeweils von 14-17h:

  • DR. EVA-MARIE MULLER-STULER – UNCOVERING THE MYTH OF AI – CHIEF DATA SCIENTIST IBM DATA & AI
  • 
 DR. FRAUKE KREUTER – E-PRIVACY & DARK DATA, PROFESSOR & DIRECTOR UNIVERSITY MARYLAND
  • COLETTE RÜCKERT-HENNEN, ARTIFICIAL INTELLIGENCE & HUMAN RESOURCES – BOARD OF ENBW GERMANY
  • DR. DILEK GÜRSOY – HEART TRANSPLANTATION & AI – DR. OF THE YEAR 2019 & FIRST WOMAN IN EUROPE TO TRANSPLANT AN ARTIFICIAL HEART

Anschließend findet ein Meet & Greet statt, bei dem sich die TeilnehmerInnen intensiv mit den Referentinnen austauschen können. Für das leibliche Wohl wird gesorgt sein. Da die Tickets kostenlos sind, wird empfohlen, sich rechtzeitig anzumelden. Es werden bis zu 150 Data Scientists und die, die es werden wollen und sich dafür interessieren, aus allen Branchen erwartet. Der Veranstalter beider WiDS-Konferenzen ist ASK-A-WOMAN.COM.

Eine unverbindliche Voranmeldung per E-Mail ist bereits hier unter Consulting@infas360.de möglich.

Predictve Analytics: Gibt es einen Pleitefaktor für Unternehmergesellschaften?

Die Antwort lautet: Ja! Geht statistisch etwa jede fünfte haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft, kurz UG(h), pleite, verbessern Daten und Analysen diese Vorhersage deutlich.

Die UG(h) wurde 2008 als kleinere Variante der herkömmlichen Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) geschaffen und stellt eine beliebte Gründungsform für Start-ups dar. Gründung, Änderungen und Löschung (durch Insolvenz) werden wie bei der GmbH im Handelsregister vermerkt.

Das Handelsregister wiederum wird von infas 360 tagtäglich analysiert und ausgewertet. Für ein Projekt ergab sich nun die Fragestellung: Zeichnen sich Insolvenzen von UG(h)-Neugründungen durch spezifische Indikatoren aus, die als eine Art „Pleitefaktor“ im Moment einer zukünftigen Neueintragung (also ad hoc) vorhergesagt werden können?

Basis der Untersuchung waren alle UG(h)-Neueintragungen seit 2008 bis heute, die entweder immer noch existieren oder bis zum 31.12.2014 als ‚liquidiert‘ bzw. als ‚vermögenslos‘ im Handelsregister hinterlegt wurden. Es handelt sich dabei um rund 100.000 Fälle (siehe nachfolgende Tabelle).

UG(h)
ABSOLUT
‚Pleite‘ nur Männer nur Frauen
Nein               74.365               58.384                15.981
Ja                    25.053               19.383                  5.670
Gesamt        99.418               77.767                21.651
RELATIV
‚Pleite‘ nur Männer nur Frauen
Nein 79% 21%
Ja 77% 23%
Gesamt 78% 22%

Da zu den jeweiligen Unternehmen auch die Adresse existiert, konnten diese mit weiteren vorliegenden Businessinformationen angereichert werden wie z.B. Gebäudetyp, Gewerbeflächen, Gebäudenutzung, weitere bekannte Firmen je Adresse und Branche, Lage usw.

Das Ergebnis des im ersten Schritt noch bewusst einfach gehaltenen Prognosemodells (logistische Regressionsanalyse) ist bereits erstaunlich. Liegt der ’natürliche‘ Pleitefaktor bei rund jeder 5. UG(h), so wird die Vorhersage dank der o.g. Daten auf Adressebene um über 1/3 verbessert. Vereinfacht ausgedrückt heißt das: Die Vorhersage, dass der Zonk hinter einem von 5 Türen steckt, wird auf 3 Türen reduziert.

Hier einige der Treiberfaktoren für eine ‚Pleite‘:

  • Firmen in Großstädten, die in Central Business Districts (CBD) liegen, gehen mit 8% höherer Wahrscheinlichkeit pleite, als Firmen in Großstädten, die nicht im CBD liegen.
  • Firmen in Großstädten, die in einem Industrie- und Gewerbegebiet liegen, gehen mit 10% geringerer Wahrscheinlichkeit pleite, als Firmen in Großstädten, die nicht in einem solchen Gebiet liegen.
  • In Großstädten gehen Firmen, bei denen nur Männer im Handelsregister eingetragen sind, mit 14% geringerer Wahrscheinlichkeit pleite

In einem der nächsten Schritte wird das Modell nun mit den Pleiten (Echtfällen) von UG(h)s aus den Jahren 2015-2018 trainiert. Sie haben Fragen zum Pleitefaktor? Dann kontaktieren Sie unser Consulting-Team unter Consulting@infas360.de