Die Corona-Datenplattform stellt fortlaufend neue Daten im Kampf gegen die Krise bereit

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie beauftragte im September 2020 das interdisziplinäre Konsortium, bestehend aus dem infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft, der infas 360 GmbH und dem IHPH – Institut für Hygiene und Public Health des Universitätsklinikums Bonn, erstmals alle regionalen Covid-19 Maßnahmen fortlaufend seit dem 01. März 2020 in Kombination mit epidemiologischen und sozio-ökonomischen Variablen zusammenzustellen.

Am 16.12.20 ging die Plattform unter der Webseite www.corona-datenplattform online. Seit dem nutzen rund 200 registrierte Nutzer aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Institutionen das Angebot.

Mit dem nächsten Daten-Update zum 01. März 2021 werden folgende neuen bzw. aktualisierten Daten auf der Plattform zur Verfügung stehen:

Neue Daten:

  • Die ab Beginn der Pandemie recherchierten Landes- und Kreisverordnungen sowie Allgemeinverfügungen, welche die Datengrundlage für die codierten Maßnahmen bilden, stehen zum Download auf der Webseite www.corona-datenplattform zur Verfügung.
  • Die Impfdaten auf Bundeslandebene umfassen neben den Erstimpfungen nun auch die Zweitimpfungen und wurden um Angaben zu verabreichten Impfdosen nach Herstellern und Impfquoten ergänzt (bis 28.02.2021)
  • Bestehende regionale Arbeitsmarktdaten zu Kurzarbeit und Arbeitslosen wurden aktualisiert (i.d.R. Januar 2021). Zudem liegen mit der Unterbeschäftigung, den gemeldeten Arbeitsstellen, den Regelleistungsbeziehern sowie den Empfängern von Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit weitere Kennzahlen zur aktuellen Arbeitsmarktentwicklung als Zeitreihe vor

Aktualisierte Daten:

  • Erfasste Corona-Maßnahmen je Kreis und Bundesland (tageweise bis zum 15.02.2021)
  • Regionale Infektionszahlen (tagesaktuell)
  • Monatliche Wetterdaten auf Kreisebene (Januar 2021)
  • Todesfälle und Übersterblichkeit je Bundesland (Januar 2021)

Sollten Sie Vorschläge oder Fragen haben, dann nutzen Sie dafür gerne den Kontakt unter corona@infas360.de und schreiben Sie uns.

Mit georeferenzierten Daten gegen Corona

Geoinformationen leisten seit vielen Jahren einen wichtigen Beitrag in der Bewältigung und Prävention von Krisen. Bekannte Beispiele hierfür sind der Einsatz von Geodaten bei der Prognose und Visualisierung großflächiger Naturkatastrophen oder in der feinräumigen Einsatzplanung von Rettungsdiensten, Feuerwehr und Polizei. Eine aktuell sehr populäre Anwendung ist das internationale Karten-Dashboard der John-Hopkins-Universität und des RKI, die das internationale, nationale und regionale Infektionsgeschehen von COVID-19 darstellen.

Die Basis der regionalen Zahlen für Deutschland liefern die Gesundheitsämter der Kreise. Die Durchschnittszahlen auf Kreisebene zeigen aber nicht auf, dass das Infektionsgeschehen tatsächlich deutlich lokaler ist. Die Zahlen auf Kreisebene sind – wie wir längst wissen – letztlich die Summen punktueller Ereignisse. Wenn man den Verlauf der Pandemie richtig darstellen, verstehen und prognostizieren will, muss man vor allem die sog. Hotspots und Superspreader identifizieren, die deutlich lokaler und eben wesentlich für die regionale Ausbreitung (Spreading) sind. Auch deren Eindämmung könnte bestmöglich erreicht werden, wenn man zu allen auftretenden Fällen Ort und Zeitpunkt der Infektion und der potenziellen Weitergabe (Kontakte) bestimmen würde.

Und genau hier setzt die Georeferenzierung an. Vereinfacht ausgedrückt ermöglicht sie die Darstellung von verschiedensten Aufenthaltsorten (Wohnen, Arbeiten, Freizeit, usw.) z. B. von Infizierten in einer zentralen digitalen Karte. Auf diese Art und Weise können alle relevanten Informationen gebündelt und in einen Gesamtkontext gebracht werden. Voraussetzung für die Georeferenzierung ist die Geocodierung. Bei der Geocodierung werden automatisiert postalische Adressen geprüft und ggfs. korrigiert, z.B. die Wohnadressen von auf COVID-19 getesteten Menschen oder die eines von ihnen besuchten Restaurants.

Diese postalischen Adressen werden dann mit x/y-Koordinaten angereichert und können so lokalisiert werden. Aber auch alle anderen aus der bisherigen Erfahrung mit der Pandemie als relevant identifizierten Orte wie Senioren- und Pflegeheime, Schulen, Kitas, Krankenhäuser, Schlachtereien, Ärzte, Apotheken, Arbeitsplätze, mobile Testmöglichkeiten usw. liegen als postalische Adressen sowie x/y-Koordinaten vor.

Durch diese gemeinsame Georeferenz könnte das gesamte lokale Infektionsgeschehen dargestellt, Zusammenhänge erkannt, Verläufe besser nachvollzogen und zukünftige Entwicklungen konkreter prognostiziert werden. Je präziser, desto besser. An dieser Stelle setzt der Datenschutz ein. Für diese metergenaue Georeferenz bedarf es deshalb entweder einer Einverständniserklärung der Betroffenen wie sie z.B. bei Installation der Corona-App abgefragt wird oder einer Pseudonimisierung bzw. einer Anonymiosierung in Form räumlicher Aggregation (Zusammenfassung mehrerer Fälle auf einer gemeinsamen geographischen Ebene).

Warum werden aber die Möglichkeiten des Einsatzes georeferenzierter Daten nicht ausgeschöpft? Wir sind weit davon entfernt, dass der Bürger z. B. auf einer aktuellen digitalen Karte erfährt, wo und wann sich was in seinem individuellen Umfeld hinsichtlich des Corona-Infektionsgeschehens abspielt. Dabei gibt es Vergleichbares längst, wie z. B. beim Einbruchsradar für NRW, wo man sehr genau nachschauen kann, wo das Risiko wie hoch ist.

Es scheint so, dass auch die Gesundheitsämter nicht wirklich datengetrieben sind. Entweder fehlen dem öffentlichen Bereich die Kapazitäten und/oder die Kompetenzen. Dabei wäre die Georeferenzierung der Coronadaten und die Integration für das Infektionsgeschehen relevanter Zusatzinformationen zweifelsfrei zeitnah möglich. Schließlich sind vergleichbare Daten und Anwendungen in anderen Bereichen, aber auch in der Wirtschaft längst im Einsatz.

Aus diesem Grund unterstützt infas 360 ab sofort aktiv alle Gesundheitsämter, indem die nutzerfreundliche Kartensoftware easymap office inkl. Geocodierung und Georaster kostenfrei zur Verfügung gestellt wird.

Sollten Sie Fragen zur Georeferenzierung, den Hotspot-Adressen oder der Software haben, dann kontaktieren Sie uns unter Consulting@infas360.de