Aktuelle Untersuchung der COVID19-Infizierten in Deutschland nach Altersgruppen und Geschlecht

Welche Altersgruppe und welches Geschlecht infizieren sich am häufigsten in Deutschland? Eine Untersuchung der Corona-Infizierten in Deutschland nach Alter und Geschlecht im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung.

Dr. Barbara Wawrzyniak, Leiterin Daten & Analysen, infas 360 GmbH, 23.3.2020 

infas 360 hat die aktuellen COVID19-Fälle des RKI, die nach Geschlecht und Alter vorliegen (22.256 Fälle) mit der Verteilung in der Gesamtbevölkerung Deutschlands abgeglichen. Im Ergebnis zeigt sich ein deutlich überproportionaler Anteil der Infizierten in der Altersgruppe der 35- bis 59-jährigen Männer, die um 70% häufiger von einer Infektion betroffen sind gegenüber allen anderen Altersgruppen. Frauen dieser Altersgruppe sind immer noch zu 28% häufiger betroffen. Die Altersgruppe der 60-Jährigen und älter sind dagegen unterdurchschnittlich häufig betroffen. Allerdings sind Männer in dieser Gruppe fast doppelt so oft im Vergleich zu den Frauen derselben Altersgruppe infiziert. Besonders selten sind Kinder unter 15 Jahren vom Virus betroffen.

Anbei das offizielle Dokument (PDF) für Öffentlichkeit und Presse inkl. Tabellen INFAS360_COVID19_nachAlter

Werfen wir abschließend einen Blick nach Italien mit Stand 22.3.2020 (Quelle: Statista), auch wenn die Altersgruppen nicht direkt vergleichbar sind:

  • 0-18 Jahre 1,1%
  • 19-50 Jahre 25,1%
  • 51-70 Jahre 37,7%
  • >70 Jahre 36,1%

In Deutschland liegt der Anteil ab 60 Jahren bei nur 18% (siehe PDF), d.h. in Italien haben sich deutlich mehr ältere Menschen angesteckt.

Weitere Informationen regionalisiert finden Sie auf unserem Kartenportal CORONAMAPS, was täglich aktualisiert und erweitert wird.

Sollten Sie weiterführende Fragen haben, dann kontaktieren Sie uns unter Consulting@infas360.de

Women in Data Science: Top-Vorträge zur digitalen Zukunft auf der ersten WiDS-Konferenz in Bonn und Düsseldorf.

Die weltbekannte Stanford University veranstaltet seit 2015 jährlich wiederkehrend die WiDS-Conference www.widsconference.org mit dem Ziel, Data Scientists jeden Geschlechts weltweit zu inspirieren und auszubilden, und dabei gleichzeitig Frauen in diesem Feld besonders zu unterstützen.

Aufgrund der international enorm wachsenden Nachfrage findet die Konferenz seit 2019 auch in Deutschland statt und ist 2020 erstmals in Bonn und Düsseldorf zu Gast.

Dr. Barbara Wawrzyinak, Leiterin für Daten und Analysen bei der infas 360 GmbH (s. Bild), ist einer der Top-Referentinnen und wird über die Chancen von ‚Small Area Methoden‘ in der Marktforschung und Statistik vortragen.

Weitere zukunftsweisende Vorträge (vorläufig) sind jeweils von 14-17h:

  • DR. EVA-MARIE MULLER-STULER – UNCOVERING THE MYTH OF AI – CHIEF DATA SCIENTIST IBM DATA & AI
  • 
 DR. FRAUKE KREUTER – E-PRIVACY & DARK DATA, PROFESSOR & DIRECTOR UNIVERSITY MARYLAND
  • COLETTE RÜCKERT-HENNEN, ARTIFICIAL INTELLIGENCE & HUMAN RESOURCES – BOARD OF ENBW GERMANY
  • DR. DILEK GÜRSOY – HEART TRANSPLANTATION & AI – DR. OF THE YEAR 2019 & FIRST WOMAN IN EUROPE TO TRANSPLANT AN ARTIFICIAL HEART

Anschließend findet ein Meet & Greet statt, bei dem sich die TeilnehmerInnen intensiv mit den Referentinnen austauschen können. Für das leibliche Wohl wird gesorgt sein. Da die Tickets kostenlos sind, wird empfohlen, sich rechtzeitig anzumelden. Es werden bis zu 150 Data Scientists und die, die es werden wollen und sich dafür interessieren, aus allen Branchen erwartet. Der Veranstalter beider WiDS-Konferenzen ist ASK-A-WOMAN.COM.

Eine unverbindliche Voranmeldung per E-Mail ist bereits hier unter Consulting@infas360.de möglich.

Deutschlands größte Multi-Client-Studie startet wieder mit dem Schwerpunkt Konsum und Nachhaltigkeit.

Über 10.000 Befragte pro Quartal, eine Datenanreicherung um weitere 1.000 Merkmale auf Gebäudeebene, flächendeckende Übertragung aller Ergebnisse und Regionalisierung in jedes beliebige Gebiet – das sind die Eckdaten des CASA Monitors – Deutschlands größte Multi-Client-Studie.

Im ersten Quartal diesen Jahres geht es um das Konsumverhalten in Verbindung mit der Einstellung zur Nachhaltigkeit. Letzteres war ein Untersuchungsschwerpunkt in 2019. Dabei fand infas 360 heraus, dass 43% der deutschen Bevölkerung einem von zwei Nachhaltigkeitstypen zugeordnet werden können.

„Besonders interessant ist das Phänomen, dass e-Mobilität und Nachhaltigkeit im Konsumbereich derzeit kaum korrelieren“, so Julia Kroth, Consultant für Marketing Research bei infas 360. „Die Einstellungen zur Nachhaltigkeit und Ökokaufverhalten zeigen dagegen einen starken Zusammenhang. Sie waren auch die Dimensionen, die zu den Nachhaltigkeitstypen führten. Das Kaufinteresse für e-Auto wird aber von Kaufkraft und eher männerdominiert getrieben.“, so Julia weiter.

In der anstehenden Befragung sollen diese Erkenntnisse weiter vertieft werden. Wie jedes Quartal haben Unternehmen die Möglichkeit, sich an der Studie mit eigenen Fragen (i.d.R. 3-5 Minuten) zu beteiligen. Bei über 10.000 Befragten lassen sich so ideal ganz spezifische Kundensegmente finden und sogar regionalisieren.

Sollten Sie sich für die Studie zu den Nachhaltigkeitstypen oder einer Beteiligung an der Multi-Client-Studie interessieren, dann kontaktieren Sie unser Consulting-Team unter Consulting@infas360.de

 

 

 

 

 

Zwei neue Zielgruppen für Nachhaltigkeit identifiziert: Sie kommen aus der Großstadt oder vom Land. Beiden liegen Themen zur Umwelt besonders am Herzen.

43% der Deutschen über 18 Jahre legen besonderen Wert auf Nachhaltigkeit. Sie treten in zwei Gruppen auf. infas 360 hat die beiden Nachhaltigkeitstypen identifiziert und kann sie mikrogeographisch lokalisieren.

In einer aktuellen Befragung hat infas 360 rund 10.000 Personen online repräsentativ zu ihren Einstellungen und Handlungen hinsichtlich Öko und Nachhaltigkeit untersucht. So lautete z.B. eine der Fragestellungen, ob man bereit sei, höhere Preise für Produkte zu bezahlen, die weniger umweltbelastend sind.

Die Befragungsdaten wurden im Smart Research Verfahren mit den weiteren Daten der infas 360 angereichert und analysiert. Das  Ergebnis: 43% aller befragten Personen ist Nachhaltigkeit besonders wichtig. Sie unterteilen sich in etwa zwei gleichgroße Gruppen zu jeweils 21,5%.

Der erste Typ ist eher Single mit mittlerem Einkommen und lebt in Mehrparteienhäusern (zumeist Altbau) in der Großstadt. Dieser Nachhaltigkeitstyp stellt mit der Altersgruppe 18-49 Jahren die jüngere der beiden Gruppen dar.

Der zweite Typ wohnt eher in einer kleineren Mittelstadt bzw. der Randlage von Städten (Pendler) und setzt sich vorwiegend aus Paaren mit Kindern zusammen. Diese Gruppe liegt im Alter zwischen 45 bis 55 Jahren und ist damit deutlich älter als die Gruppe der Großstädter. „Mir ist wichtig, dass ein Produkt in allen Bereichen nachhaltig ist und die Angebote aus meiner Region oder Heimat kommen“, sagt sie über die Nachhaltigkeit von sich.

Über eine sogenannte Diskriminanzanalyse hat infas 360 auch die restlichen 57% „Nicht-Nachhaltigen“ in Deutschland identifizieren können. Sie teilen sich in weitere drei Gruppen zu je

  • 17% des mittleren bis niedrigen Nachhaltigkeitstyps bei mittlerer bis niedriger Ökobereitschaft lebt eher in der größeren Mittelstadt
  • 27% des niedrigen Nachhaltigkeitstyps bei niedriger Ökobereitschaft kommt am ehesten aus der Großstadt, wovon weitere
  • 13% eher auf dem Land (kleine Kleinstadt) leben

Die somit insgesamt 5 Typen der Nachhaltigkeit kann infas 360 mittels Small Area Methoden in die Fläche prognostizieren und beliebig regionalisieren (pro Postleitzahl, pro Stadtteil und/oder Straße).

Erfahren Sie mir über die neuen Nachhaltigkeitstypen der infas 360 und kontaktieren Sie einfach unser Consulting-Team unter Consulting@infas360.de 

 

 

Predictve Analytics: Gibt es einen Pleitefaktor für Unternehmergesellschaften?

Die Antwort lautet: Ja! Geht statistisch etwa jede fünfte haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft, kurz UG(h), pleite, verbessern Daten und Analysen diese Vorhersage deutlich.

Die UG(h) wurde 2008 als kleinere Variante der herkömmlichen Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) geschaffen und stellt eine beliebte Gründungsform für Start-ups dar. Gründung, Änderungen und Löschung (durch Insolvenz) werden wie bei der GmbH im Handelsregister vermerkt.

Das Handelsregister wiederum wird von infas 360 tagtäglich analysiert und ausgewertet. Für ein Projekt ergab sich nun die Fragestellung: Zeichnen sich Insolvenzen von UG(h)-Neugründungen durch spezifische Indikatoren aus, die als eine Art „Pleitefaktor“ im Moment einer zukünftigen Neueintragung (also ad hoc) vorhergesagt werden können?

Basis der Untersuchung waren alle UG(h)-Neueintragungen seit 2008 bis heute, die entweder immer noch existieren oder bis zum 31.12.2014 als ‚liquidiert‘ bzw. als ‚vermögenslos‘ im Handelsregister hinterlegt wurden. Es handelt sich dabei um rund 100.000 Fälle (siehe nachfolgende Tabelle).

UG(h)
ABSOLUT
‚Pleite‘ nur Männer nur Frauen
Nein               74.365               58.384                15.981
Ja                    25.053               19.383                  5.670
Gesamt        99.418               77.767                21.651
RELATIV
‚Pleite‘ nur Männer nur Frauen
Nein 79% 21%
Ja 77% 23%
Gesamt 78% 22%

Da zu den jeweiligen Unternehmen auch die Adresse existiert, konnten diese mit weiteren vorliegenden Businessinformationen angereichert werden wie z.B. Gebäudetyp, Gewerbeflächen, Gebäudenutzung, weitere bekannte Firmen je Adresse und Branche, Lage usw.

Das Ergebnis des im ersten Schritt noch bewusst einfach gehaltenen Prognosemodells (logistische Regressionsanalyse) ist bereits erstaunlich. Liegt der ’natürliche‘ Pleitefaktor bei rund jeder 5. UG(h), so wird die Vorhersage dank der o.g. Daten auf Adressebene um über 1/3 verbessert. Vereinfacht ausgedrückt heißt das: Die Vorhersage, dass der Zonk hinter einem von 5 Türen steckt, wird auf 3 Türen reduziert.

Hier einige der Treiberfaktoren für eine ‚Pleite‘:

  • Firmen in Großstädten, die in Central Business Districts (CBD) liegen, gehen mit 8% höherer Wahrscheinlichkeit pleite, als Firmen in Großstädten, die nicht im CBD liegen.
  • Firmen in Großstädten, die in einem Industrie- und Gewerbegebiet liegen, gehen mit 10% geringerer Wahrscheinlichkeit pleite, als Firmen in Großstädten, die nicht in einem solchen Gebiet liegen.
  • In Großstädten gehen Firmen, bei denen nur Männer im Handelsregister eingetragen sind, mit 14% geringerer Wahrscheinlichkeit pleite

In einem der nächsten Schritte wird das Modell nun mit den Pleiten (Echtfällen) von UG(h)s aus den Jahren 2015-2018 trainiert. Sie haben Fragen zum Pleitefaktor? Dann kontaktieren Sie unser Consulting-Team unter Consulting@infas360.de

Energieautarkie deutscher Haushalte wächst kaum

In einer jährlich wiederkehrenden Studie untersucht infas 360 die Ausstattung und Investitionsbereitschaft deutscher Haushalte in energieautarke Lösungen für das Eigenheim. Befragt wurden dazu in 2018 und 2019 jeweils über 10.000 Personen (Haushaltsentscheider).

In weiterführenden Auswertungen wird der sog. Autarkie-Score entwickelt, der es ermöglicht, Haushalte in ihrer Energieautarkie zu vergleichen. In der nachfolgenden Graphik sieht man die Entwicklung unterteilt in 8 Klassen (1 = überhaupt nicht energieautark bis 8 = extrem energieautark). Ein Trend hin zur Energieautarkie in Deutschland ist demnach erkennbar, aber nur sehr gering.

Entwicklung der Energieautarkie deutscher Haushalte 2019 zu 2018
Quelle: infas 360 GmbH, CASA Monitor Energie 2019 und 2018

Eine weitere interessante Erkenntnis ist, dass 56% der rund 3.300 Wiederbefragten 2019 einen höheren, 4% einen unveränderten und 40% einen niedrigeren Autarkieindex als 2018 haben. Letztere ist diejenige Gruppe, die zwischenzeitlich das Interesse an bestimmten Lösungen, z.B. die mögliche Anschaffung einer Wallbox, verloren haben.

Der Autarkie-Score wurde im Smart Research-Verfahren für alle rund 19,5 Mio. Adressen von Wohnimmobilien (bzw. rund 42 Mio. Haushalte) berechnet. Damit stehen die Werte auch für regionale Analysen (z.B. Geomarketing) zur Verfügung. Bei weiteren Fragen können Sie gerne unser Consulting-Team unter Consulting@infas360.de kontaktieren.

NEU: Die OTC-Kaufkraft 2019

Erstmals unterschieden nach Online und Offline

Im Durchschnitt gibt in Deutschland ein Haushalt monatlich 20,83 € für frei verkäufliche Arzneimittel (OTC) aus. Wie eine Studie zur OTC-Kaufkraft mit über 10.000 Befragten der infas 360 herausfand, (siehe dazu auch folgenden Blogbeitrag) werden davon bereits über 25% aller OTC-Käufe online getätigt. In stationären, klassischen Apotheken sind das bundesweit 17,43 Euro und online 3,40 Euro.

Die OTC-Ausgaben unterscheiden sich regional abhängig von der jeweiligen Kaufkraft vor Ort. Auch das hat infas 360 berechnet. Mittels Befragung und Small-Area-Methoden werden die Werte sogar adressgenau geschätzt und dann in beliebige Regionen hoch aggregiert. So zum Beispiel für alle 5-stellige Postleitzahlen. Im Ergebnis sind erstmals folgende drei Karten verfügbar: OTC-Kaufkraft nach den Gesamtausgaben, nur stationär (klassische Apotheken) und nur online (Versandapotheken).

OTC-Kaufkraft Karte (monatl. Kaufkraft in €/Haushalt)
OTC-Kaufkraft nach Gesamtausgaben in Deutschland 2019

Die Entwicklung einer sogenannter produktspezifischen Kaufkraft ist eines der Spezialgebiete der infas 360. Zuletzt wurde die Produktspezifische Kaufkraft für Tiernahrung berechnet (siehe auch folgenden Blogbeitrag). Eine wichtige Datenquelle dafür ist die fortlaufende Befragung durch den CASA Monitor, der wiederkehrend alle drei Monate die Bevölkerung mit über 30.000 Personen p.a. zu unterschiedlichen Themen befragt.

Sollten Sie Fragen zur OTC-Kaufkraft online/offline haben oder allgemein zu einer produktspezifischen Kaufkraft, dann kontaktieren Sie unser Consulting-Team unter Consulting@infas360.de.