Krimialitätsstatistik und ihre lokalen Unterschiede am aktuellen Beispiel Bonns: Ist die Bundesstadt wirklich sicherer geworden?

In der im März für die Presse veröffentlichten Kriminalitätsstatistik 2016 von Bonn heißt es Die erfassten Straftaten sinken in 2016 auf den niedrigsten Wert seit 2003. Sie sind um 1621 Taten auf 46.252 Fälle zurückgegangen. Besonders hervorzuheben: Es wurden weniger Menschen überfallen. Ein Rückgang der Raubdelikte um 135 Taten bedeutet den niedrigsten Stand seit der Jahrtausendwende. Bonn ist sicherer geworden. Dies zeigt sich ebenfalls bei der Straßenkriminalität. Ein Minus von 652 Straftaten ist auch Resultat der im vergangenen Jahr angelaufenen Präsenz- und Interventionsmaßnahmen in den Stadtteilen Bad Godesberg und Tannenbusch. Seit Mitte des Jahres kontrollieren wir dort gezielt Personen und Fahrzeuge, bestreifen vermehrt den öffentlichen Raum, setzen auf zentralisierte Ermittlungen und kriminalpräventive Projekte.“  (Quelle: http://www.polizei.nrw.de/media/Dokumente/Behoerden/Bonn/PKS-2017-Handout.pdf , Seite 3)

Vergleicht man aber Bonns Zahlen mit den intrakommunalen Bezirken aus einer anderen Quelle, zeigt sich ein deutlich differenzierteres Bild mit guten aber auch schlechten Entwicklungen.

Regionalstatistik Kriminalitätsfälle gesamt, 2016 in Bonn nach Bezirken, Quelle: http://www.polizei.nrw.de/media/Dokumente/Behoerden/Bonn/PKS-Jahresbericht-2016-Internet.pdf

So hat sich das Gebiet um Bonns Zentrum sehr gut entwickelt mit einem Rückgang der Fälle um fast 1.400, jedoch gleichzeitig in Godesberg um fast 200 erhöht. Man muss also genauer hinsehen und eine allgemeine Aussage (Mittelwert des gesamten Stadtgebiets) reicht nicht aus, um die Situation der Stadt darzustellen.

Zur infas 360 GmbH: Das Bonner Big Data Unternehmen hat sich u.a. auf die Anwendung von Small Area Methoden spezialisiert, mit denen die Vorhersage von Kriminalitätsfällen optimiert werden kann. Wichtig dabei sind beschreibende Merkmale. Mit der CASA Datenbank liegt auf Basis amtlicher Daten dafür ein hochpräzises Instrument vor. Weitere Informationen unter Consulting@infas360.de

Einbruchsradar Bonn: Godesberger leben wieder sicherer

Im Juli veröffentlichte infas 360 das Einbruchsradar von Bonn als interaktive Karte. Darin enthalten war die Einbruchsstatistik seit April 2016 bis Ende Juni. Damals lagen Tannenbusch und Alt-Godesberg mit 5 Einbrüchen an der Spitze. Bei den Einbruchsversuchen war es ebenfalls Tannenbusch vor Duisdorf.

Nun wurden zusätzlich die aktuellen Zahlen des Bonner Polizeipräsidiums bis Ende 19. September integriert – mit dem Ergebnis, dass zwar weiterhin Tannenbusch von Einbrüchen und Einbruchsversuchen am stärksten betroffen ist, im Bonner Ranking aber nun auch Zentrum, Castell und Kessenich aufgeschlossen haben. In Godesberg und gerade in Alt-Godesberg ist es kaum noch zu (gemeldeten) Delikten gekommen (siehe interaktive Karte).

einruchsradar-bonn-sep2016

infas 360 hat sich u.a. auf die prognostische Statistik spezialisiert. Die Anwendung moderner Small Area Methoden (auch Small Area Statistics der Small Area Estimation genannt) in Verbindung mit der adressgenauen CASA-Datenbank mit über 300 Gebäude-, Haushalts- und Firmenmerkmalen ermöglicht eine bestmögliche Vorhersage von auftretenden Fällen. In der Kriminalstatistik wird dies auch „Predicitve Policing“ genannt.

 

Einbruchsradar Bonn als interaktive Karte

Seit April 2016 veröffentlichen die Polizeipräsidien von NRW unter dem Motto „Riegel vor“ die Einbrüche und Einbruchsversuche wöchentlich auf einer statischen Karte. So auch auf der Website der Polizei in Bonn.

Eine wöchentliche Statistik ist aber längst nicht so aussagekräftig wie eine längere Zeitreihe. Außerdem sind die statischen Karten als PDF – angeblich aus Rücksicht gegenüber der Betroffenen – absichtlich undeutlich dargestellt. Beim Bürger selbst jedenfalls fällt die Initiative der Behörde durch, so der Express aus Köln.

Aus diesem Grund hat infas 360 alle wöchentlichen Veröffentlichungen recherchiert und in eine interaktive Karte übertragen. So kann man erstmals die Anzahl aller Einbrüche und Einbruchsversuche auf Stadtteilebene eindeutig erkennen. Demnach liegen im Stadtgebiet Bonn seit April Tannenbusch und Alt-Godesberg mit 5 Einbrüchen an der Spitze. Bei den Einbruchsversuchen ist es ebenfalls Tannenbusch vor Duisdorf.

Zur interaktiven Karte: http://www.infas360.de/einbruchsradar
Einfach mal in einen Stadtteil reinklicken …

In einem unserer nächsten Beiträge werden wir das Ranking der Stadtteile den soziodemographischen Informationen gegenüber stellen wie z.B. Migrationsanteil pro Stadtteil, Kaufkraft, Soziale Schicht, Bebauungsstruktur etc.

infas 360 hat sich u.a. auf die prognostische Statistik spezialisiert. Die Anwendung moderner Small Area Methoden (auch Small Area Statistics der Small Area Estimation genannt) in Verbindung mit der adressgenauen CASA-Datenbank mit über 300 Gebäude-, Haushalts- und Firmenmerkmalen ermöglicht eine bestmögliche Vorhersage von auftretenden Fällen. In der Kriminalstatistik wird dies auch „Predicitve Policing“ genannt.

 

Bonner Kriminalstatistik im Vergleich

Die Stadt Bonn zählte 2015 zu den sichersten Großstädten in NRW. Ein Blick auf die Stadtbezirke zeigt ein differenziertes Bild.

Die Bonner City hat ein deutlich überdurchschnittliches Gefährdungspotenzial, hingegen waren in 2015 die Bezirke Beuel, Godesberg und Hardtberg unterdurchschnittlich häufig von Straftaten betroffen.

Um die Zahlen von Bonn besser einordnen zu können nachfolgend das Ranking über die sogenannte Häufigkeitszahl (HZ*). Zunächst für gesamt NRW, dann ausgewählter Städte und schließlich der Stadt Bonn und ihrer Bezirke. Quelle: Kriminalstatistik der Polizei Bonn und NRW 2015.

NRW, gesamt = 8.603
Köln = 15.037
Düsseldorf = 13.938
Dortmund = 13.696
Stadt Essen = 11.574

Stadt Bonn = 11.474, davon

Bonn-City = 14.477
Godesberg = 8.320
Hardtberg = 7.424
Beuel = 6.881

* Die Häufigkeitszahl (HZ) drückt in der Kriminalitätsstatistik die durch Kriminalität verursachte Gefährdung als eine normierte Zahl aus. Sie beinhaltet die Zahl der bekannt gewordenen Fälle insgesamt oder innerhalb einzelner Deliktarten, multipliziert mit 100.000, geteilt durch die Einwohnerzahl je Bezirk. Berechnungsgrundlage ist der Einwohnerstand zum 31.12. des Vorjahres.

Unter nachfolgendem Link findet man die polizeiliche Kriminalitätsstatistik 2015 der Polizei Bonn https://www.polizei.nrw.de/media/Dokumente/Behoerden/Bonn/PKS-Jahrbuch-2015.pdf

infas 360 hat sich u.a. auf die prognostische Statistik spezialisiert. Die Anwendung moderner Small Area Methoden (auch Small Area Statistics der Small Area Estimation genannt) in Verbindung mit der adressgenauen CASA-Datenbank mit über 300 Gebäude-, Haushalts- und Firmenmerkmalen ermöglicht eine bestmögliche Vorhersage von auftretenden Fällen. In der Kriminalstatistik wird dies auch „Predicitve Policing“ genannt.

Weitere Informationen zum Thema: