Zwei neue Zielgruppen für Nachhaltigkeit identifiziert: Sie kommen aus der Großstadt oder vom Land. Beiden liegen Themen zur Umwelt besonders am Herzen.

43% der Deutschen über 18 Jahre legen besonderen Wert auf Nachhaltigkeit. Sie treten in zwei Gruppen auf. infas 360 hat die beiden Nachhaltigkeitstypen identifiziert und kann sie mikrogeographisch lokalisieren.

In einer aktuellen Befragung hat infas 360 rund 10.000 Personen online repräsentativ zu ihren Einstellungen und Handlungen hinsichtlich Öko und Nachhaltigkeit untersucht. So lautete z.B. eine der Fragestellungen, ob man bereit sei, höhere Preise für Produkte zu bezahlen, die weniger umweltbelastend sind.

Die Befragungsdaten wurden im Smart Research Verfahren mit den weiteren Daten der infas 360 angereichert und analysiert. Das  Ergebnis: 43% aller befragten Personen ist Nachhaltigkeit besonders wichtig. Sie unterteilen sich in etwa zwei gleichgroße Gruppen zu jeweils 21,5%.

Der erste Typ ist eher Single mit mittlerem Einkommen und lebt in Mehrparteienhäusern (zumeist Altbau) in der Großstadt. Dieser Nachhaltigkeitstyp stellt mit der Altersgruppe 18-49 Jahren die jüngere der beiden Gruppen dar.

Der zweite Typ wohnt eher in einer kleineren Mittelstadt bzw. der Randlage von Städten (Pendler) und setzt sich vorwiegend aus Paaren mit Kindern zusammen. Diese Gruppe liegt im Alter zwischen 45 bis 55 Jahren und ist damit deutlich älter als die Gruppe der Großstädter. „Mir ist wichtig, dass ein Produkt in allen Bereichen nachhaltig ist und die Angebote aus meiner Region oder Heimat kommen“, sagt sie über die Nachhaltigkeit von sich.

Über eine sogenannte Diskriminanzanalyse hat infas 360 auch die restlichen 57% „Nicht-Nachhaltigen“ in Deutschland identifizieren können. Sie teilen sich in weitere drei Gruppen zu je

  • 17% des mittleren bis niedrigen Nachhaltigkeitstyps bei mittlerer bis niedriger Ökobereitschaft lebt eher in der größeren Mittelstadt
  • 27% des niedrigen Nachhaltigkeitstyps bei niedriger Ökobereitschaft kommt am ehesten aus der Großstadt, wovon weitere
  • 13% eher auf dem Land (kleine Kleinstadt) leben

Die somit insgesamt 5 Typen der Nachhaltigkeit kann infas 360 mittels Small Area Methoden in die Fläche prognostizieren und beliebig regionalisieren (pro Postleitzahl, pro Stadtteil und/oder Straße).

Erfahren Sie mir über die neuen Nachhaltigkeitstypen der infas 360 und kontaktieren Sie einfach unser Consulting-Team unter Consulting@infas360.de 

 

 

Predictve Analytics: Gibt es einen Pleitefaktor für Unternehmergesellschaften?

Die Antwort lautet: Ja! Geht statistisch etwa jede fünfte haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft, kurz UG(h), pleite, verbessern Daten und Analysen diese Vorhersage deutlich.

Die UG(h) wurde 2008 als kleinere Variante der herkömmlichen Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) geschaffen und stellt eine beliebte Gründungsform für Start-ups dar. Gründung, Änderungen und Löschung (durch Insolvenz) werden wie bei der GmbH im Handelsregister vermerkt.

Das Handelsregister wiederum wird von infas 360 tagtäglich analysiert und ausgewertet. Für ein Projekt ergab sich nun die Fragestellung: Zeichnen sich Insolvenzen von UG(h)-Neugründungen durch spezifische Indikatoren aus, die als eine Art „Pleitefaktor“ im Moment einer zukünftigen Neueintragung (also ad hoc) vorhergesagt werden können?

Basis der Untersuchung waren alle UG(h)-Neueintragungen seit 2008 bis heute, die entweder immer noch existieren oder bis zum 31.12.2014 als ‚liquidiert‘ bzw. als ‚vermögenslos‘ im Handelsregister hinterlegt wurden. Es handelt sich dabei um rund 100.000 Fälle (siehe nachfolgende Tabelle).

UG(h)
ABSOLUT
‚Pleite‘ nur Männer nur Frauen
Nein               74.365               58.384                15.981
Ja                    25.053               19.383                  5.670
Gesamt        99.418               77.767                21.651
RELATIV
‚Pleite‘ nur Männer nur Frauen
Nein 79% 21%
Ja 77% 23%
Gesamt 78% 22%

Da zu den jeweiligen Unternehmen auch die Adresse existiert, konnten diese mit weiteren vorliegenden Businessinformationen angereichert werden wie z.B. Gebäudetyp, Gewerbeflächen, Gebäudenutzung, weitere bekannte Firmen je Adresse und Branche, Lage usw.

Das Ergebnis des im ersten Schritt noch bewusst einfach gehaltenen Prognosemodells (logistische Regressionsanalyse) ist bereits erstaunlich. Liegt der ’natürliche‘ Pleitefaktor bei rund jeder 5. UG(h), so wird die Vorhersage dank der o.g. Daten auf Adressebene um über 1/3 verbessert. Vereinfacht ausgedrückt heißt das: Die Vorhersage, dass der Zonk hinter einem von 5 Türen steckt, wird auf 3 Türen reduziert.

Hier einige der Treiberfaktoren für eine ‚Pleite‘:

  • Firmen in Großstädten, die in Central Business Districts (CBD) liegen, gehen mit 8% höherer Wahrscheinlichkeit pleite, als Firmen in Großstädten, die nicht im CBD liegen.
  • Firmen in Großstädten, die in einem Industrie- und Gewerbegebiet liegen, gehen mit 10% geringerer Wahrscheinlichkeit pleite, als Firmen in Großstädten, die nicht in einem solchen Gebiet liegen.
  • In Großstädten gehen Firmen, bei denen nur Männer im Handelsregister eingetragen sind, mit 14% geringerer Wahrscheinlichkeit pleite

In einem der nächsten Schritte wird das Modell nun mit den Pleiten (Echtfällen) von UG(h)s aus den Jahren 2015-2018 trainiert. Sie haben Fragen zum Pleitefaktor? Dann kontaktieren Sie unser Consulting-Team unter Consulting@infas360.de

Energieautarkie deutscher Haushalte wächst kaum

In einer jährlich wiederkehrenden Studie untersucht infas 360 die Ausstattung und Investitionsbereitschaft deutscher Haushalte in energieautarke Lösungen für das Eigenheim. Befragt wurden dazu in 2018 und 2019 jeweils über 10.000 Personen (Haushaltsentscheider).

In weiterführenden Auswertungen wird der sog. Autarkie-Score entwickelt, der es ermöglicht, Haushalte in ihrer Energieautarkie zu vergleichen. In der nachfolgenden Graphik sieht man die Entwicklung unterteilt in 8 Klassen (1 = überhaupt nicht energieautark bis 8 = extrem energieautark). Ein Trend hin zur Energieautarkie in Deutschland ist demnach erkennbar, aber nur sehr gering.

Entwicklung der Energieautarkie deutscher Haushalte 2019 zu 2018
Quelle: infas 360 GmbH, CASA Monitor Energie 2019 und 2018

Eine weitere interessante Erkenntnis ist, dass 56% der rund 3.300 Wiederbefragten 2019 einen höheren, 4% einen unveränderten und 40% einen niedrigeren Autarkieindex als 2018 haben. Letztere ist diejenige Gruppe, die zwischenzeitlich das Interesse an bestimmten Lösungen, z.B. die mögliche Anschaffung einer Wallbox, verloren haben.

Der Autarkie-Score wurde im Smart Research-Verfahren für alle rund 19,5 Mio. Adressen von Wohnimmobilien (bzw. rund 42 Mio. Haushalte) berechnet. Damit stehen die Werte auch für regionale Analysen (z.B. Geomarketing) zur Verfügung. Bei weiteren Fragen können Sie gerne unser Consulting-Team unter Consulting@infas360.de kontaktieren.

NEU: Die OTC-Kaufkraft 2019

Erstmals unterschieden nach Online und Offline

Im Durchschnitt gibt in Deutschland ein Haushalt monatlich 20,83 € für frei verkäufliche Arzneimittel (OTC) aus. Wie eine Studie zur OTC-Kaufkraft mit über 10.000 Befragten der infas 360 herausfand, (siehe dazu auch folgenden Blogbeitrag) werden davon bereits über 25% aller OTC-Käufe online getätigt. In stationären, klassischen Apotheken sind das bundesweit 17,43 Euro und online 3,40 Euro.

Die OTC-Ausgaben unterscheiden sich regional abhängig von der jeweiligen Kaufkraft vor Ort. Auch das hat infas 360 berechnet. Mittels Befragung und Small-Area-Methoden werden die Werte sogar adressgenau geschätzt und dann in beliebige Regionen hoch aggregiert. So zum Beispiel für alle 5-stellige Postleitzahlen. Im Ergebnis sind erstmals folgende drei Karten verfügbar: OTC-Kaufkraft nach den Gesamtausgaben, nur stationär (klassische Apotheken) und nur online (Versandapotheken).

OTC-Kaufkraft Karte (monatl. Kaufkraft in €/Haushalt)
OTC-Kaufkraft nach Gesamtausgaben in Deutschland 2019

Die Entwicklung einer sogenannter produktspezifischen Kaufkraft ist eines der Spezialgebiete der infas 360. Zuletzt wurde die Produktspezifische Kaufkraft für Tiernahrung berechnet (siehe auch folgenden Blogbeitrag). Eine wichtige Datenquelle dafür ist die fortlaufende Befragung durch den CASA Monitor, der wiederkehrend alle drei Monate die Bevölkerung mit über 30.000 Personen p.a. zu unterschiedlichen Themen befragt.

Sollten Sie Fragen zur OTC-Kaufkraft online/offline haben oder allgemein zu einer produktspezifischen Kaufkraft, dann kontaktieren Sie unser Consulting-Team unter Consulting@infas360.de.

 

 

 

Definition Geodaten und Abgrenzung zur Geoinformation

Definition von Geodaten: Im Allgemeinen dienen Daten dem Zweck der Auswertung. Geodaten im speziellen speichern dazu strukturierte codierte Angaben zur quantitativen und qualitativen Beschreibung von natürlichen oder definierten Objekten der realen Welt.

Nehmen wir dazu das Beispiel, dass ein Datum nicht nur die Information „25 °C“ enthält, sondern auch den Tag und vor allem einen eindeutigen Ortsbezug – dann handelt es sich in diesem Fall bereits um ein raumbezogenes Datum. Die Auswertung der gespeicherten Information erfolgt über bestimmte Regeln und Anweisungen, die die codierten Angaben deuten.

Erst wenn eine Auswertung zur Erkenntnis führt, handelt es sich um eine Information. Das Wissen wiederum ist jedes Ergebnis von Erkenntnisprozessen und damit eine spezielle Form von Informationen. Es bezieht im Hinblick auf gesetzte Ziele die praktische Anwendung der Daten und Informationen ein. Übertragen auf raumbezogene Daten bedeutet dies, dass aus ihnen Informationen (Geoinformationen) abgeleitet werden können, die zur Erkenntnis über den Raum und zum zweckbezogenen Handeln im Raum führen sollen.

Geodaten speichern Wissen über den Raum (Herter & Koos in Java und GIS, 2006)

infas 360 verknüpft alle weiteren verfügbaren Datenquellen (hier Sachdaten) mit Geodaten und bietet so die maximale Informationstiefe über Mensch & Gesellschaft im Raum. Sollten Sie Fragen zu unseren nationalen und internationalen Geodaten haben, kontaktieren Sie unser Consulting-Team unter consulting@infas360.de

 

 

OTC-Kaufkraft: Distanz zur nächsten Apotheke als ein entscheidender Faktor beim Online-Kauf.

Die Versandapotheken für frei verkäufliche Arzneimittel (kurz OTC) werden bereits von mehr als 25% der Konsumenten den klassischen, stationären Apotheken vorgezogen, so eine Studie der infas 360 mit über 10.000 Befragten (siehe auch Blogbeitrag).

Aber was sind die Treiber vorwiegend online oder stationär einzukaufen? Dieser Fragestellung widmete sich das Team Data Analytics und fand u.a. heraus, dass die Distanz von Wohnort zur nächsten Apotheke eine der entscheidenden Faktoren darstellt. Und dabei gilt: „Je weiter weg, desto eher online“, kommentiert Bea Nolte, Data Scientist bei infas 360 die nachfolgende Tabelle.

OTC-Käufer Ø Distanz zur nächsten Apotheke in Metern
Hauptsächlich in der Apotheke (stationär) 966
Hauptsächlich in der Online-Apotheke 1.148
Hauptsächlich im Drogeriemarkt 859
Egal wo, Hauptsache im Geschäft 907
Egal wo, Hauptsache online 1.218
Gar nicht 1.244

Auf Basis der Befragungsdaten und der angereicherten Drittdaten (über die CASA Datenbank) liegen nun detaillierte Käuferprofile für beide Vertriebskanäle (stationär und online) vor. Da auch Kaufkraft und Ausgaben bekannt sind, erstellt das Analytics-Team daraus nun für alle Postleitzahlen die regionalisiere OTC-Kaufkraft für stationäre wie für Versandapotheken.

Erhältlich sind OTC-Käuferprofile wie auch die OTC-Kaufkraft pro PLZ5 über Consulting@infas360.de

 

Best for Planning? Better than that! Befragung und Übertragung aus einer Hand mit dem CASA Monitor

Best for Planning? Better than that! Denn mit über 30.000 Befragten jedes Jahr bietet infas 360 im Frühjahr, Sommer und Herbst in je 10.000er Wellen weitreichende Konsuminformationen über unterschiedlichste Lebensbereiche hinweg. Im Schwerpunkt stehen dabei Themen rund um Telekommunikation, Energie, Einkauf & Konsum sowie Mobilität. Jeder Dritte wird gezielt wieder befragt, so dass auch Zeitreihen-Analysen vieler Fragestellungen möglich sind.

Ein USP stellt dabei die Kombination aus Befragungsdaten und deren anonymisierte Anreicherung um die CASA Daten dar, die es ermöglichen, beliebige Zielgruppen flächendeckend, adressgenau zu übertragen.

Mit den in die Fläche prognostizierten Daten lassen sich Marketing und Vertrieb ideal steuern. Jede Befragung von Markt und Kunde kann so direkt für Potenzialanalysen, Standortplanung, Vertriebssteuerung, Mailings und Plakatwerbung (Out-of-Home-Media Planung) eingesetzt werden. Das ist Research und Geomarketing aus einer Hand!

Best for planning in Wuppertal: Wahrscheinlichkeit für Carsharing pro Siedlungsblock. Quelle: CASA Monitor Q3/2018

Die aktuelle Herbst-Befragung 2019 ist abgeschlossen und wird gerade ausgewertet. Dieses Mal standen Energiethemen wie Elektro-Mobilität im Vordergrund. Erste Ergebnisse des CASA Monitor Energie werden hier in Kürze veröffentlicht. Sollten Sie sich schon jetzt für den Fragebogen interessieren, kontaktieren Sie einfach unser Consulting-Team und consutling@infas360.de